Ev.-luth. St. Gertrud-Gemeinde

Kirchenbüro: Regerstr.41

27474 Cuxhaven

Tel.: 6635800

Mo-F. 9:30-11.30

Mail: info@kirchenbuero.net

Friedhofsbüro

Steinmarner Str. 10

27476 Cuxhaven

Di+Mi. 9:30 - 11:30 Uhr 

Tel.: 04721/48471

Mail: 

KG.Gertrud.cuxhaven@evlka.de

  

 

 

 

Kirchenmusik

"Musik ist die Sprache der Engel." Ausgerechnet einem schottischen Philosophen ist die wohl schönste Definition für die Musik eingefallen. Aber Thomas Carlyle hat Recht. Was wäre der Gottesdienst ohne die Musik? Eine traurige Veranstaltung. Natürlich hat das Wort im lutherischen Gottesdienst immer eine wichtige und ernste Rolle gespielt und behält sie auch - aber das Herz schneller erreicht doch die Musik. So konnte bereits Martin Luther ein Loblied auf die Musik singen: "Ich wünschte gewiß von Herzen, dass jeder die göttliche und vortreffliche Gabe der Musik lobte und priese. Ich werde von der Menge und Größe ihrer guten Eigenschaften so überschüttet, dass ich weder Anfang, Ende noch Mass meiner Rede finden kann."

Heute wird Kirchenmusik in Chören und Instrumentalkreisen, von Solisten und Bands geübt und vorgetragen. Dabei findet die "alte" Musik genauso Aufnahme wie die zeitgenössische. Alte Instrumente werden wiederentdeckt, wie etwa das Harmonium oder die Instrumente der Renaissance und der Blick geht weit über unseren Tellerrand bis zu den Traditionen der Spirituals und  Gospelsongs.

Diese Bandbreite an Musik zu präsentieren gelingt nur durch großen Einsatz aller und durch die Zusammenarbeit zwischen den Cuxhavener Gemeinden. Nicht jede Gemeinde kann alles vorhalten, aber alle Gemeinden und ihre Kreise können sich einbringen. Und auch der unterschiedliche Stil und die verschiedenen Vorlieben der haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusiker führt zur einer Bereicherung. Wie gut, sie alle um sich zu wissen, damit die Musik weiter in unseren Kirchen erklingt.

 

 

Veit Jacob Walter - Kirchenmusiker mit Leidenschaft

Manchmal hat man schlicht und einfach nur Glück. So ist es uns ergangen, als Veit Jakob Walter in unsere Gemeinde kam, um bei uns die Kirchenmusik zu beleben und verantwortlich zu gestalten. Er ist Vollblutmusiker und genialer Tastenvirtuose. Dazu kennt er die Geheimnisse des Orgelbaus und ist trotz seiner jungen Jahre weit herumgekommen. Also ein Sechser im Lotto plus Zusatzzahl. Wir freuen uns auf seine Tätigkeit bei uns uns und geben ihm hier Raum sich und seine Arbeit selbst vorzustellen:

 

 

Veit Jacob Walter, geboren in Lahr/Schwarzwald, ist als Cembalist und Organist konzertant im In- und Ausland tätig, wobei seine stilistische Bandbreite vom Mittelalter bis in die zeitgenössische Musik reicht.

Der mehrfache Preisträger (u.a. zahlreiche Preise beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, Gewinner des Händelwettbewerbs Karlsruhe in der Kategorie Cembalo und des Concours artistique d'Épinal/France) studierte mittelalterliche Tasteninstrumente mit Hauptfach bei Corina Marti und Ensemble bei Crawford Young an der Schola Cantorum Basiliensis und Cembalo bei Prof. Jörg Halubek an der Bruckneruniversität Linz und schloss beide Studiengänge mit Auszeichnung ab.

Nach erstem Klavier- und Cembalounterricht erhielt er Orgelunterricht bei Prof. Daniel Maurer in Strasbourg und wechselte für ein Jungstudium an der Musikhochschule Freiburg zu Prof. Martin Schmeding.

Später studierte er Kirchenmusik, Komposition und Orgel u.a. bei Prof. Tobias Lindner, Prof. Paolo Crivellaro und Prof. Stefan Baier (Orgel), Yoav Pasovsky, Prof. Daniel Ott und Prof. Elena Mendoza (Komposition).

Meisterkurse und Unterrichtsstunden bei Johannes Strobl, Gottfried Bach, Gereon Krahforst, Theo Jellema, Jean-Claude Zehnder, Edgar Krapp und Wolfgang Zerer ergänzen seine Ausbildung.

Seit dem Herbstsemester 2016 setzt er seine Studien im Bereich mittelalterliche Tasteninstrumente bei Corina Marti an der Schola Cantorum Basiliensis im Master-Studium fort.

Er ist Stipendiat der Deutschen Clavichord-Sozietät (DCS).

Nach Organistenstellen in Berlin, Stuttgart und Schönenwerd (CH) ist er seit 2017 Organist in Cuxhaven und für die kirchenmusikalische Planung an St. Gertrud verantwortlich.

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Beginn diesen Jahres bin ich nun als hauptamtlicher Kantor verantwortlich für die kirchenmusikalischen Belange an St. Gertrud und die damit verbundene musikalische Jahresplanung. Die neue Aufgabe macht mir schon jetzt viel Freude und ich bin gespannt auf viele persönliche und musikalische Begegnungen.

Herzlich möchte ich Sie schon jetzt einladen, die abwechslungsreichen Konzerte an St. Gertrud zu besuchen und beim Chorprojekt „Musik der Synagoge“ im Herbst 2018 selbst mitzuwirken!

 

Die geplanten Veranstaltungen sowie einige Informationen finden Sie im Folgenden:

 

16. Juni 2018 | 18 Uhr

Konzert: BACH I 

Veit-Jacob Walter, Cembalo

 

Das erste Konzert der Reihe „BACH“ stellt die Vielfalt der Kompositionen Johann Sebastian Bachs (1685-1750) für Cembalo in den Mittelpunkt. Es werden Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier, die Englische Suite in a-moll (BWV 807) sowie weitere Meisterwerke erklingen.

 

  

1. Oktober 2018-9. November 2018

Chorprojekt: MUSIK DER SYNAGOGE

Proben: 1.10, 8.10, 15.10, 22.10, 29.10, 5.11, GP 8.11

Anspielprobe und Aufführung: Andacht am 9. November, 18 Uhr

 

Durch den Einschnitt der Shoa* in Europa weitgehend in Vergessenheit geraten stellt doch die synagogale Musik  einen Schatz an Kompositionen dar, den es wiederzuentdecken und weiterzutragen gilt. Dass diese Musiktradition in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Forschung und Aufführung zurückgekehrt ist, ist sicherlich auch zum Teil der Tatsache geschuldet, dass sich in anderen Teilen der Erde wie den USA die Tradition teilweise erhalten hat bzw. weitergelebt und sich fortentwickelt hat. Die Chorwerke, die in diesem Projekt erarbeitet werden, stellen eine Zusammenstellung synagogaler Musik von der Romantik bis in unsere heutige Zeit dar, die ihre Aufführung anlässlich des Gedenkens zum 9. November 1938 findet.

Dieses Projekt ist für alle interessierten Sängerinnen und Sänger offen! 

Genaue Zeiten und Informationen werden noch bekannt gegeben.

 

*Shoa = "Unheil, Heimsuchung, Katastrophe". Aus dem Jüdischen gewählter Ausdruck für den Massenmord an Juden durch die Nationalsozialsten. Der sonst von Historikern oft gewählte  Begriff "Holocaust" = "Ganzopfer, Brandopfer" wird  abgelehnt, da der Begriff des "Opfers" damit pervertiert wird. 

 

13. Oktober 2018 | 18 Uhr

Konzert: BACH II 

Veit-Jacob Walter, Orgel

 

Im zweiten Konzert der Reihe „BACH“ erklingen freie Orgelwerke sowie Choralbearbeitungen an der Beckerath-Orgel, die inhaltlich schon auf das Ende des Kirchenjahres einstimmen.

 

 

Voller Vorfreude grüßt Sie

Veit-Jacob Walter

Die von Beckerath-Orgel

Die Orgel in unserer Kirche ist bereits die Vierte. Die erste wurde erst 1709 eingebaut, war aber wohl wie auch die zweite von keiner besonderen Qualität. Die dritte fiel dann dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Die vierte und heutige Orgel wurde im Jahr 1956 durch die Firma Rudolf von Beckerath, Hamburg, gebaut. Ausgestattet ist sie als zweimanualige mechanische Schleifladenorgel mit 23 Registern, die sich bis heute bei Gottesdiensten und in vielen Konzerten glänzend bewährt hat.


Die Disposition dieser Orgel ist: 

Hauptwerk   

Rückpositiv Pedal   
Prinzipal 8'  Gedackt 8' Untersatz 16'
Oktave 4' Prinzipal 4'  Prinzipal 8'
Oktave 2' Rohrflöte 4' Oktave 4'
Mixtur 4-6-f Flachflöte 2'  Nachthorn 2'
Quintadena 16'          Quinte 11/3' Mixtur 5-7-f
Spitzflöte 8' Sesquialtera 2-f           Fagott 16'
Nasat 2 2/3' Scharf 4-5-f Trompete 4'
Trompete 8' Bärpfeife 8'                       

Koppeln: Rückpositiv  an Hauptwerk, Hauptwerk an Pedal, Rückpositiv an Pedal; Tremulant.

 

Heinrich Scheidemann (1596-1633), Praeambulum in F

An der Orgel: Eberhard Bornemann

Kreis für alte Musik

Den Kreis für Alte Musik gibt es seit 1967. Ursprünglich gehörte zu seinem Instrumentarium der Renaissance auch Doppelrohrblatt-Instrumente wie Dulzian, Pommer und Krummhorn. Heute musiziert der Kreis ausschließlich auf Renaissance-Blockflöten, wobei alle Größen vom “Garkleinflötlein“ über Sopranino und Sopran bis zum Kontrabass (seine Länge beträgt 2,10 m) vertreten sind. Renaissance-Blockflöten sind grundtöniger und haben ein größeres Volumen als die allgemein bekannten Barockflöten, dafür ist der Tonumfang etwas geringer.

Literatur aus der Zeit von Anfang des 15. Jahrhunderts bis erste Hälfte des 17. Jahrhunderts kommt den Instrumenten besonders entgegen – beispielsweise Lasso, Hassler, Praetorius, Schein, Demantius und Franck.

Das Ensemble zählt zur Zeit sechs Mitglieder. Die Leitung hat Eberhard Bornemann, der bis 1999 Kantor und Organist der St. Gertrud-Gemeinde war.

Gern würde man wieder doppelchörige Werke spielen. Dazu gehören allerdings mindestens acht Musiker. Wer Interesse hat, in dem Kreis mitzumachen, möge sich an  Eberhard Bornemann wenden: Telefon 04721-46184

 

Intrade zu sechs Stimmen aus dem Lustgarten - Leo Hassler 1544-1612